Geschichte
Vor der Gründung der Wehr
Bereits im Jahre 1866 wurde von der Firma Röhn aus Greiz eine vierrädrige Landspritze für die Gemeinde Cossengrün gebaut, bei welcher 12 Mann zum Drücken benötigt wurden.
Aber erst Jahre 1869 bildete sich der Bezirksverband Thüringischer Feuerwehren des Fürstentums Reuß j. u. ä. Linie zu dem Zwecke, mit gemeinsamen Kräften die Ausbreitung, Ausbildung und einheintlichen Gestaltung des Feuerwehrwesens anzustreben.
Für die Reuß ä.L. wurde eine Feuerwehrabgabe angestrebt, die im Sinne der Feuerwehren stand. Daraufhin wurden in der Gemeinde zweckenstprechende Feuerlöschordnungen eingeführt.
Im Jahre 1883 wurde ein Verzeichnis erstellt, in dem Cossengrün als Spritzenverband für die Ortschaft Cossgengrün eingetragen ist.
Das größte Problem der damaligen Zeit stellte immer wieder das Bespannen der Spritze mit Pferden dar. Es gab nur wenige Gutsbesitzer die in der Lage waren mit einer passenden Anspannung schnell am Platze zu sein um die Spritze zum Ort des Brandes zu ziehen.
So ist eine Begebenheit aus dem Jahre 1897 nicht verwunderlich:
Am 9. Mai 1897 wurde in Schönbach gegen 8:30 Uhr Feueralarm gegeben. Der Gutsbesitzer Rost war damals an der Reihe, seine Pferde zur Verfügung zu stellen.
Da jedoch sein zweites Pferd krank war konnte er nur ein Pferd vor die Spritze spannen. Er kam nur sehr langsam vorwärts und musste unterwegs noch ein weiteres Pferd zuspannen.
Die Folge war, dass die Cossengrüner Spritze erst gegen 11 Uhr, - 2 Stunden nach Ausbruch des Feuers in Schönbach eintraf.
Es hat in Schönbach einen beschämenden Eindruck gemacht, dass die Cossengrüner Spritze nicht eintraf, während die Spritzenmannschaften erschienen waren und auf die Spritze warteten.
Bis 1923 wurde das Feuerwehrwesen der Gemeinde Cossengrün ständig weiterentwickelt. Es erfolgte eine Verbesserung der Spritzenmannschaften durch Ausbildung und Beschaffung von Technik, welche dem damaligen Stand der Technik entsprach.
Im Jahre 1922 wurden vom Gemeindevorstand Mittel für die Instandsetzung und Erweiterung des Spritzenhauses beantragt.
Noch im selben Jahr bat der Bezirksbrandmeister Funke die Gemeinschaft des Gemeinderates und den Vorsitzenden, einen Aufruf zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr zu erlassen.
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Cossengrün
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Am 21. Juli 1923 war im "Gasthof zum Löwen" eine Versammlung für die männlichen Gemeindemitglieder einberufen worden.
Nachdem der Gemeindevorstand Grünler den Zweck des Beisammenseins, - die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr, bekannt gegeben hatte erhielt Bezirksbrandmeister Funke das Wort.
Dieser machte die Anwesenden mit dem Zweck der Ortsfeuerwehr, ihrer unparteiischen Tätigkeit, der schnellen Handhabung der zur Verfügung stehenden, einfachen Löschgeräte vertraut.Schon damals waren die Kameraden bei Übung und Brandfall versichert, so dass die Angehörigen bei einem Unfall nicht in Not gerieten. Ferner erinnerte er an die schönen Stunden der Kameradschaft, die nach getaner Arbeit oft erlebt wurden.
In die in Umlauf gesetzten Listen schrieben sich 41 Mann ein.
Paul Fuchs wurde mit der Leitung der Wehr beauftragt, Albert Weiß wurde Zugführer der Spritzenmannschaft und Walter Örtel wurde Zugführer der Steiger.
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Der erste Wehrführer, Paul Fuchs
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1925 erschien ein Ortsgesetz über das Wehrwesen in der Gemeinde Cossengrün, welches besagt, dass der Feuerwehrdienst von den Mannschaften der FFW freiwillig geleistet wird. Die Mitgliederzahl war schon auf 57 Kameraden angestiegen
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Im Jahre 1927 konnten eine neue Spritze der Marke "Magirus" bestellt werden da die Alte nicht mehr zeitgemäß war. Der Preis der Spritze, zusammen mit 210m Schlauch betrug 6000 RM.
Bei der Hauptübung am 9. Oktober wurde die neu angeschaffte Motorspritze zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Es fand sich auch der frühere Ortsbrandmeister Funke ein, der zum Ehrenmitglied der Wehr ernannt wurde.
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Die neue Motorspritze
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10 Jahre Freiwillige Feuerwehr Cossengrün
Am 22. und 23. Juni 1933 feierte die Feuerwehr ihr 10 jähriges Jubiläum. Es wurde mit einem Zapfenstreich und anschließender Festveranstaltung eröffnet.
Am Festsonntag stand vormittags ein Platzkonzert auf dem Programm. Nachmittags wurden Schulübungen zur Anwendung von Hand- und Motorspritzen vorgeführt. Daran schloss sich ein Sturmangriff an.
Später wurde ein schöner Festzug gebildet. Das Jubiläum wurde dann von einem Konzert mit anschließendem Ball im Festlokal beschlossen. Auch die Wehren der umliegenden Gemeinden waren beteiligt, und es herrschte ein reger Besucherandrang von nah und fern.
Alle Feuerwehrmänner in "Reih und Glied" angetreten
Die Arbeit der Feuerwehr während des Krieges
Schon 1937 wurden im Zuge der reichseinheitlichen Gestaltung des Feuerwehrwesens die alten Feuerwehrverbände aufgelöst. Es wurde der Kreisfeuerwehrverband gegründet, dem sämtliche freiwilligen Feuerwehren des Kreises unterstanden.
Gruppenfoto der Kameraden der FFW - Zeitpunkt der Aufnahme unbekannt
1940 bekam die FFW im Zuge der Neugestaltung aller Wehren zusätzliche Aufgaben. Die FFW, die als Hilfspolizei eingesetzt werden konnte, muss auch innerhalb ihrer Mitglieder die vormilitärische Ausbildung durchführen.
Durch das Einziehen der tauglichen Männer in den Wehrdienst verringerte sich ihre Anzahl so stark, dass kein ordentlichenr Feuerwehrdienst und keine Brandbekämpfung durchgeführt werden konnte. Aus diesem Grund wurde die Frauenfeuerwehr ins Leben gerufen.
Im Januar 1944 umfasste die Frauenfeuerwehr bereits 25 Frauen, wobei 10 ihre Ausbildung bereits abgeschlossen hatten und 15 noch in der Ausbildung standen.
Die Entwicklung der Wehr von 1945 bis zur Gegenwart
Im April 1947 kam eine neue Regelung über die neuorganisation der Wehr heraus. Danach sollte die Wehr nur noch aus 24 aktiven Kameraden bestehen, alle anderen durften nur noch als passive Kameraden dabei bleiben.
Neue Statuten und Richtlinien wurden im Februar 1949 bekannt gegeben. Diese sagten zum Beispiel aus, dass Mittelfeuer unter "Kreisbrandschutzamt Greiz 3333" zu melden sind. Weiterhin wurde der Sirenenton "auf und nieder" bei Katastrophenalarm festgelegt. Sie besagten jedoch auch, dass alle Bezirksbrandmeister vorläufig außer Kraft zu setzen, und alle Feuerwehrvereine aufzulösen sind.
Die beiden Traktorbesitzer Schuppan und Trommer wurden verpflichtet im Ernstfall die Spritze und die Mannschaften nach auswärts zu fahren.
Zur Jahreshauptversammlung am 01.01.1958 wird Günther Teubel zum neuen Wehrleiter gewählt. Im Juli des Jahres ist eine Feier zum 35 jährigen Bestehen der Wehr geplant und die Bildung einer Jugendgruppe soll in Augenschein genommen werden.
Im gleichen Jahr wird ein neuer Wagen (Steyr) und eine TS8 angeschafft.
Aus dem Jahresbericht 1960 geht hervor, dass ein Steigerturm gebaut wurde. Der Gerätehausbau wurde für 1962/63 vorgesehen.
Im Jahr 1964 wird mit der gebildeten Pioniergruppe "Junge Brandschutzhelfer" in Cossengrün gute Arbeit geleistet.
Auch der Bau des neuen Gerätehauses wurde 1964 durchgeführt, weil sonst das neue Löschfahrzeug, was im gleichen Jahr angeschafft werden sollte, sonst keinen Unterstellung gehabt hätte.
Im Sommer wird dann das fertiggestellte Gerätehaus zusammen mit dem neuen Löschfahrzeug an die FFW feierlich übergeben.
Die Kameraden vor dem neuen Gerätehaus
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Stolze Präsentation des neuen Autos
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1967 wurden Wochenendlehrgänge für die FFW eingeführt. Der erste Wochenendlehrgang fand in Pöhl statt.
Im Jahr 1968 wurde die Frauengruppe der Freiwilligen Feuerwehr gegründet. Sie spielte in den nachfolgenden Jahren vor allem im vorbeugenden Brandschutz eine wichtige Rolle. Noch heute sind diese Frauen ein wichtiger Bestandteil unserer Wehr. Ein großer Teil der Jugendarbeit wird von Günter Teubel geleitet, der die Jungen und Mädchen zu Ordnung und bewußter Disziplin erzieht. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, im Mai und Juni 1970 errangen die "Jungen Brandschutzhelfer" aus Cossengrün eine Silber- und eine Bronzemedallie im Kreismaßstab.
In den Jahren 1977, und 1982 war der volle Einsatz der FFW gefragt. In der Rentzschmühle mussten Hochwasserschäden am Bahnübergang beseitigt werden.
Die Übergabe eines generalüberholten Löschwagens mit Schlauchwagen war 1986 das größte Ereignis für die Wehr.
Die Einsatzbereitschaft der Wehr wurde im Jahr 1990 auf eine harte Probe gestellt. Insgesamt 10 mal musste die Wehr ausrücken, wobei die Einsätze zur vollsten Zufriedenheit der Wehrführung ausfielen.
Ende 1990 wurde der 1949 per Gesetz verbotene Feuerwehrverein wiedergegründet. Erster Vereinsvorsitzender war Reinhard Fuchs. Nach einer Satzungsänderung im Jahr 1991 wurde Kamerad Johannes Hering zum Vereinsvorsitzenden gewählt.
Seit dem Jahr 1990 besteht zwischen der FFW Cossengrün und der FFW Münchenreuth, Stadt Waldsassen eine enge, kameradschaftliche Verbindung. Hierbei kam es zu großer Unterstützung im Bereich des Feuerwehrwesens und bei der Vereinsgründung. Viele gemeinsame Veranstaltungen konnten dabei schon durchgeführt werden. Dank der FFW Münchenreuth erhielt unsere Wehr im Jahr 1993 ein Feuerwehrfahrzeug aus der Stadt Waldsassen.
Das alte Feuerwehrhaus konnte im Jahr 1998 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das neue Gerätehaus besitzt einen großen Schulungsraum, neue Umkleiden und eine neue, geräumigere Maschinenhalle mit Rolltor.
Der Inhalt dieser Seite und die Bilder zur Geschichte unserer Wehr basiert zum großen Teil auf der Festschrift zum 70-Jährigen Jubiläum der FFW Cossengrün.
Der Dank für die aufwändige Aufarbeitung der Geschichte unserer Wehr gilt aus diesem Grund den Redakteuren dieser Zeitung, Mario Belke und Kerstin Mecklenburg.
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